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Hohes Schloss zu Füssen im Allgäu
Das Hohe Schloss konnte seine spätgotische Baugestalt im Wesentlichen bis heute bewahren. Spätere Veränderungen betrafen vor allem die Innenräume.
Die Burg liegt auf dem östlichen Ausläufer des Höhenzuges, der an seinem anderen Ende die Burg Falkenstein bei Pfronten trägt. Die Wehranlage war in die Stadtbefestigung einbezogen. Das „Hohe Schloss“ bildet zusammen mit dem – etwas tiefer – liegenden Kloster St. Mang ein charakteristisches Ensemble über der Füssener Altstadt.
Die Westseite trennt ein mächtiger, aus dem Fels geschlagener Halsgraben vom Hinterland. Dieser „Schlucht“ genannte Graben wurde unter Fürstbischof Friedrich II. von Zollern (1486-1505) ausgebaut. Dahinter schützten der „Hohe Stock“ und der halbrund ausspringende Bergfried die Angriffsseite, die noch durch einen Zwinger verstärkt wird.
Der lang gestreckte, trapezförmige Grundriss der Kernburg passt sich dem Gelände an. Südlich wurde auch hier ein Zwinger vorgelegt, dessen Mauern man im 19. Jahrhundert um die Hälfte erniedrigte. Im Südwesten ist noch die kurze Schenkelmauer der Stadtbefestigung an die Hauptburg angeschlossen. Hier liegt auch das äußere Tor der Burganlage. Der Torweg zieht sich an der Südseite vorbei zum Torturm, in den die Uhr des abgebrochenen Augsburger Torturmes der Stadtmauer eingebaut wurde. Links und rechts schließen sich die Ringmauern mit ihren noch teilweise gedeckten Wehrgängen und einem halbrunden Wehrturm über dem Zwinger an.
Die hufeisenförmige Kernburg öffnet sich nach Osten. Die dreigeschossigen Seitenflügel werden von spätgotischen, fialengeschmückten Giebeln abgeschlossen. Aus der Giebelfront springt der Chor der Burgkapelle polygonal aus. Im Westen wacht der mächtige Bergfried (Gefängnisturm) über die Veste. Der Turm ist durch kurze Verbindungsbauten mit den Seitenflügeln verbunden. Über dem Nordosteck liegt der Storchenturm, der ursprünglich „Hohes Haus“ genannt wurde. Der Wohnturm trägt ein hohes Satteldach mit Giebelfialen.
Die gesamte Burganlage bewahrt noch ihren weiß gekalkten Außenputz, der den gotischen Illusionsmalereien als Träger dient. Als Baumaterial diente meist das anstehende alpine Kalkgestein der Umgebung, aber auch Backsteinziegel und Bachgeröll wurden verwendet. Portale und Fenstergewände bestehen meist aus gefasstem Sandstein.
Die Illusionsmalereien
Die Hoffassaden der Schlossflügel und der Torturm wurden um 1499 mit ungewöhnlich reichen Architektur- und Illusionsmalereien geschmückt. Die Fenster werden von prächtigen Wimpergen mit Krabben- und Kreuzblumenschmuck eingerahmt. Aus den Fassaden springen scheinbar zahlreiche - größere und kleinere - wappenverzierte Erker vor. Als ausführender Meister wird der Hechinger Maler Fidelis Eichele vermutet. Der heutige Bestand ist allerdings stark restauriert.
Die Innenräume
Trotz der zahlreichen Um- und Einbauten sind noch einige bemerkenswerte Innenräume erhalten geblieben.
Im nördlichen Verbindungsflügel liegen zwei „Franzosenzimmer“ mit spätgotischen Holzdecken. Der Nordflügel birgt im Erdgeschoss eine spätgotische, kreuzgratgewölbte Halle über fünf quadratischen Pfeilern. Der „Rittersaal“ im 2. Obergeschoss (Staatsgalerie) besitzt eine spätgotische, farbig gefasste (bemalte) Schnitzdecke mit figürlichen Halbreliefs, die Jörg Lederer zugeschrieben werden.
Zahlreiche kleinere Zimmer haben sich ebenfalls ihre Balken- oder Stuckdecken, Kachelöfen, Portale oder Fenstergewände bewahrt, sind jedoch nicht immer öffentlich zugänglich.
Quelle Text: http://de.wikipedia.org/wiki/Hohes_Schloss_F%C3%BCssen
Standort
Hohes Schloss Füssen
Füssen, BY
Deutschland
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